TIM Aktuell

Im Jahr 2019 besuchten das Museum über 1600 Besucher -

für das relativ kleine, aber immerhin 350 Quadratmeter

einnehmende TIM eine stattliche Anzahl!



Schon am 3. Januar hatten wir im neuen Jahr 2020 sehr netten Besuch aus Lehnin (nahe Potsdam).


Der Meister des Polsterer- und Sattlerhandwerks Andreas Rietz war mit seiner Familie gekommen, um  speziell das unten gezeigte Gerät näher in Augenschein zu nehmen: eine Haspel, mit deren Hilfe in früherer Zeit Polsterer die benötigten Sprungfedern für Sofas oder Sessel selbst herstellten. Herr Rietz (s. rechts) hat dem TIM nicht nur mit der Bestimmung der Bezeichnung des Geräts geholfen, sondern uns auch viel über dessen Verwendung und Geschichte berichtet. Und nicht nur das. In sein gemeinsam mit Rolf Bothe geschriebenes und 2019 erschienenes, reich illustriertes Buch "Polstermöbel und textile Raumausstattungen.  Vom Handwerk zur Wissenschaft" hat er ein Bild des sehr alten Geräts aufgenommen. Nicht von ungefähr, denn es ist nach seiner Schätzung mindestens 150-170 Jahre alt und sehr selten in Museen zu finden. Unser Museum war ihm dankbar für die Unterstützung bei der Inventarisierung, und Herr Rietz war die "Entdeckung" dieses antiken Arbeitsgeräts der Polsterei gerade zur Zeit der Entstehung des Buches sehr willkommen.


Dankbar müssen wir auch und vor allem dem Spender dieses Geräts sein, Herrn Klose aus Bad Blankenburg! Er hat es gerettet aus dem Nachlass der Polsterwerkstatt seines Vaters und  seines Großvaters in Rudolstadt und - gemeinsam mit anderen schönen Exponaten - dem TIM überlassen.


Familie Rietz wurde von Ulla Albrecht und Rainer Berthelmann aus dem Museumsclub des gemeinnützig geführten TIM herzlich empfangen und, so weit es die Zeit zuließ,  durch die Ausstellungen geführt. Auch ihre mitgekommenen Kinder fanden im TIM viele interessante Dinge, ob es nun ein Gasanzünder von früher, riesige Teddybären, die Schul- und Spielstube oder die Musikinstrumente waren, wie auf dem Bild ganz rechts zu sehen.  So hatten auch sie, wenn es in ihrem Winterurlaub schon nicht den ersehnten Schnee gab, an diesem Nachmittag doch wenigstens etwas kurzweilige Unterhaltung.



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Der Vortrag "Schmiege, Leitholz, Viererspalter" am 18. August 2019 lockte viele interessierte Besucher an. Sie wurden nicht enttäuscht!


Der Referent Rainer Berthelmann führte mit einigen Exponaten, nach denen Besucher während ihres Rundgangs immer wieder fragen, in das Thema ein. Sodann folgte eine Demonstration des Anfertigens eines Schuhes durch den Orthopädieschuhmachermeister Herrn Marschall (Trockenborn), während derer er nicht nur alte Werkzeuge und Geräte vorstellte, sondern auch viele Arbeitsgänge vorführte. Fragen dazu aus dem Publikum bewiesen, dass großes Interesse daran bestand. 

Danach zeigte und beschrieb Rainer Berthelmann weitere Werkzeuge und Geräte aus Handwerk, Haushalt und Schule, die im Bestand des Museum sind. Eine Auswahl ist in der Slideshow unten zu sehen: ein riesiger Rechenstab, der einst im Jugendwerkhof benutzt wurde, um die Jugendlichen in die Arbeit mit dem Rechenschieber einzuführen; Werkzeuge zum Harzen, die noch bis zum Ende der DDR benutzt wurden, um eine Jahresproduktion von bis zu 12 000 Tonnen Harz zu erzielen; Schmiegen zum Übertragen des Winkels von Werkstücken; ein Leitholz, das der Seiler benutzte, um dem von ihm gedrehten Seil die nötige Festigkeit zu verleihen;  einen Reifenzieher, den Böttcher benutzen, um ausgediente Eisenreifen vom Fass abzuziehen; eine Rohrbiegezange, mit dem die alten Kuhlo-Rohre gebogen wurden, bevor sie die elektrischen Kupferleitungen aufnahmen; eine Musrühre, mit dem Mus im Waschkessel gefahrlos umgerührt werden konnte, u.a.m.

Die zweite Demonstration eines Handwerks lieferte der Korbmacher Michael Dumke aus Hummelshain. Auch seine sehr interessanten Ausführungen, bei denen unter anderem der Viererspalter vorgestellt wurde, hörten und sahen sich die Besucher gern an. Zumal er fertige Produkte vorwies: einen Korb, den er als Gesellenstück angefertigte, einen alten, sehr schön verzierten Tragekorb und einen von ihm bearbeiteten Stuhl, an dessen geflochtenem Sitz er zur Zeit arbeitet.

Michael Dumke sowie Herrn Marschall und seiner Frau, die sich sehr bei der Vorbereitung des Schuhmachervortrags engagiert hatte, dankte großer Applaus der Anwesenden!

Den Abschluss bildeten einige weitere Werkzeuge und Geräte. Ein alter Krawattenbügler gab dabei dem Referenten den Anlass, auf eine der Sonderausstellungen im kommenden Jahr hinzuweisen, die sich den Themen Bügeln, Plätten, Mangeln u.a. widmen wird.

Die gezeigten und beschriebenen Werkzeuge und Geräte sind alle im TIM zu bestaunen, in die Zeit zu nehmen und - zumindest fiktiv - zu benutzen.

Öffnungszeiten ab April: Sonntag, 14-16 Uhr.

Gruppen können sich nach Vereinbarung auch für andere Termine anmelden. 0152-56879301 oder info@tim-hummelshain.de


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Residenzdorfmuseum "Tante Irma Museum", Kahlaer Straße 21, 07768 Hummelshain,

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Kontakt:

Tante Irma Museum, Kahlaer Straße 21, 07768 Hummelshain; info@tim-hummelshain.de; Tel. 015256879301

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